Bauthermografie

Informationen zur Thermografie

Ich möchte Ihnen auf den folgenden Seiten die vereinfachten Grundlagen der Thermografie aufzeigen. Was Sie kann, wo die Grenzen liegen und was bei der Erstellung eines Thermografiegutachten wichtig ist.

Thermografie ist ein bildgebendes Verfahren, das die für das menschliche Auge unsichtbare Wärmestrahlung (Infrarotlicht) eines Objektes oder Körpers sichtbar macht. Sie beruht darauf, dass jede Oberfläche mit einer Temperatur oberhalb des absoluten Nullpunktes ( -273°C) eine elektromagnetische Wärmestrahlung abgibt. In einer Infrarotkamera wird die von einem Sensor aufgenommene Wärmestrahlung in ein Wärmebild (Thermogramm) umgewandelt und auf einem Speichermedium abgelegt. Das Thermogramm gibt die Temperaturverteilung an der untersuchten Objektoberfläche flächenförmig wieder. Moderne Kameras besitzen eine Auflösung von 320 X 240 Pixel, das sind mehr als 76.000 Temperaturpunkte in einem Bild. Es können geringste Temperaturunterschiede von 0,05°C erfasst werden. Zur übersichtlichen Auswertung der Aufnahmen werden den gemessenen Temperaturen Farbtöne zugewiesen. Die Farbtöne können so gewählt werden, dass Details optimal dargestellt werden.

Die Wärmestrahlung verhält sich dabei ähnlich dem sichtbaren Licht. So kann Wärmestrahlung reflektiert ( gespiegelt ), absorbiert ( aufgenommen ) werden, oder Sie durchdringen manche Materialien.



Aufgrund verschiedener Wärmespeicherkapazitäten können die im Bau verwendeten Stoffe die aufgenommene Wärmestrahlung unterschiedlich lange halten. Weiterhin können Reflektionen der Umgebung das Ergebnis verfälschen wie im nachfolgenden Beispiel aufgeführt wird.

Wenn z.B. eine Fassade thermografiert wird, können sich die Temperaturen des Himmels ( bei wolkenlosem Himmel unter -60 °C ) zum Teil an der Fassade spiegeln. Dieses wird in den Kameraeinstellungen berücksichtigt und in dem Bericht mit angegeben. Wenn nun aber z.B. durch einen Dachüberstand die Reflektionen unterschiedlich sind, d.h. unter dem Dachüberstand sich nicht der Himmel spiegelt, so wird hier eine nicht vorhandene Erwärmung festgestellt.

 

Es ist aber auch möglich, dass sich Wärme durch ein offenes Fenster gestaut und verteilt hat oder die Geschoßdecke Wärme nach außen leitet, auch Luftundichtigkeiten des Gesimskastens wären denkbar. Eine Innenbesichtigung und das Gespräch mit Ihnen können Aufschluss geben.
Unterschiedliche Beheizung der Räume oder Geschosse können ebenfalls zu Fehlinterpretationen beitragen, wenn die Innentemperaturen nicht aufgenommen sondern nur geschätzt werden. Man stelle sich ein 2- geschossiges Einfamilienhaus vor in dem fast nur das Erdgeschoss genutzt wird. Wenn z.B. die Innentemperaturen im Erdgeschoss 20°C sind und das Obergeschoss demgegenüber nur 15°C aufweist, könnte man in dem Thermogramm zu dem Schluss kommen, dass das Obergeschoss besser gedämmt sei, weil hier geringere Oberflächentemperaturen aufgenommen werden.




Ein weiteres Problem stellen noch geöffnete oder kurz vor der Thermografie geöffnete und wieder verschlossene Fenster dar. Erstens kann der Thermograf nicht wissen, ob die Erwärmung über dem Fenster von einer Wärmebrücke ( z.B undichter Rollokasten ) herrührt, zweitens könnte die Erwärmung durch das offene Fenster eine vorhandene Wärmebrücke überdecken.


Bei den Heizkörpernischen leitet die geschwächte Fassade die Wärme nach Außen.

Die Wärmebildkamera kann nur Oberflächentemperaturen aufnehmen, dass heißt eine vorgehängte Fassade wird kaum Temperaturunterschiede aufweisen, da die Wärme in der Belüftungsschicht abgeführt wird. Allenfalls Luftundichtigkeiten an Fenstern oder Türen und sehr grobe Wärmebrücken lassen sich aufzeigen.

Eine Innenthermografie kann aber hier ohne Probleme Wärmebrücken aufdecken.
Für belüftete Dächer gilt das gleiche, wobei hier auch noch der Betrachtungswinkel zur Kamera beachtet werden muss.

Wärmequellen auf der Innenseite der Außenwände wie z.B. Heizkörper
Heizungsrohre, Kachelöfen usw. werden sichtbar.

 

Durch die Unterschiedliche Wärmeleitfähigkeit der Materialien können Strukturen wie Mauerfugen, nachträglich reparierte Flächen, oder die Verwendung verschiedener Materialien sichtbar werden.

Die Geschoßdecken aus Beton zeichnen sich deutlich ab. Im Bereich des linken Fensters ist ein anderes Material verwendet worden als bei dem Rest der Fassadenfläche. Unter dem rechten Fenster wird die Fassade von einem Heizkörper erwärmt.

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